Expertise
PFCs

Überblick / Motivation

PFCs (Price Forward Curves) sind ein Schlüsselbaustein der Bewertung von z.B. strom- oder gaspreisabhängigen Fahrplänen. Sie haben maßgeblichen Einfluss auf Fahrplanwerte, Risikokennzahlen (insbes. PaR – Profit-at-Risk) und Kraftwerkseinsatzplanung. Hierbei sind die täglichen und untertägigen Strukturen innerhalb der Kurve von tragender Bedeutung. price[it] hat insbesondere in der Entwicklung von PFCs für den Strommarkt eine Vorreiterrolle in der Berücksichtigung von zukünftig zu erwartendem Preis-Strukturwandel aufgrund von zunehmender Einspeisung von Strom aus regenerativen Quellen eingenommen und ein schlüssiges System für den Energiehandel entwickelt. Mit nur wenigen Stellgrößen werden in unserer <Grünen HPFC> schlüssige Hypothesen in monetäre Werte übersetzt. Mit der Einführung der QPFC (Quarterly Price Forward Curve) wird dieses System in den immer relevanteren Viertelstundenhandel übertragen und ausgebaut.

Allgemeine Technik

Der allgemeine Workflow zur Erstellung der price[it]-PFCs besteht aus den zwei Stufen Pre-Processing und tägliche Erstellung.

In der Pre-Processing-Stufe werden von price[it] (Datenservice, 1 x monatlich) oder durch den CURVE 2-Anwender (frei bestimmbare Zyklen) Marktmodelle für das Underlying der PFC kalibriert. Die Modellerstellung beinhaltet:

  • Ermittlung der regelmäßigen Zyklen in den Spotpreisen, um Preise in täglicher/stündlicher Auflösung mit hoher Prognose-Qualität in die Zukunft zu projizieren (und ggf. separate Analyse des Anteils der Regenerativen an der Preisbildung). Dabei spielen moderne Techniken der Mustererkennung viele Vorteile in Form von statistisch optimaler Samplebildung aus, indem die Korrelationen zu benachbarten Punkten innerhalb eines dreidimensionalen Rasters (Tag-, Stunden-, und Kalenderwochen) die gewichtete Schätzung ermöglichen.
  • Insbesondere bei Gas-PFCs wird die Frontend-Qualität durch das Anlernen eines Mehr-Faktor-Preismodells zur Identifikation latenter kurz- und langfristiger Unsicherheiten maßgeblich gesteigert.

Liegen die Modelle bereit, so beginnt der Prozess der tatsächlichen PFC-Erstellung. Startpunkt ist hier die Erstellung von langfristigen Preis-Prognosen auf Basis des angelernten Mehr-Faktor-Preismodells.

Nun folgt die PFC-Erstellung mit der Maßgabe, die aktuellen Futurespreise centgenau über den Durchschnitt der Lieferperioden abzubilden. Zu diesem Zweck kommen spezielle mathematische Methoden zum Einsatz, um sicherzustellen, dass notwendige Änderungen an der Prognose deren Struktur so weit wie möglich erhalten, insbesondere werden abrupte Sprungstellen vermieden. Im Ergebnis entsteht eine PFC, deren Spotpreisstrukturen eine statistisch optimale Erwartung darstellen. Verschiedene Lieferblöcke gehen dabei fließend ineinander über.

Strom-PFCs

Bei der Erstellung aller Strom-PFCs werden strukturelle Besonderheiten wie Feiertage, Brückentage usw. über einen Regressionsansatz berücksichtigt.

Unser Lieferspektrum umfasst drei PFC-Typen, die sowohl über den Datenservice bezogen als auch mit der Software CURVE 2 erstellt werden können:

  • Schwarze HPFC:

    Ausgerollte Erwartungswerte aus historischen Spotpreismustern – Die beste Erwartung, die sich ergibt, wenn man die Spotpreishistorie gleichgewichtet in die Analyse mit einbezieht.
    Die HPFC für → „Traditionalisten“; wir halten diese HPFC vor, um Vergleichsmöglichkeiten zu marktüblichen, einfachen HPFCs zu ermöglichen.

  • Graue HPFC:

    Die Spotmuster aus der Historie werden unter expliziter Berücksichtigung der wachsenden Grünstrom-Einspeisemengen analysiert. Fortgeschrieben in die Zukunft werden die Spotmuster, welche sich aus den Einspeiseniveaus am aktuellen Rand ergeben.
    Die HPFC für → Anwender, die auf eine aktuelle Analyse Wert legen, jedoch keine Veränderungen des Status Quo in der Zukunft unterstellen wollen.

  • Grüne HPFC:

    Analog zur grauen HPFC werden die Spotmuster aus der Historie unter expliziter Berücksichtigung der wachsenden Grünstrom-Einspeisemengen analysiert. Die Fortschreibung geschieht mit Hilfe einer Prognose für die weitere Entwicklung der regenerativen Einspeisung. Die HPFC weist nun über die Zeitachse eine dynamische Veränderung der Spotmuster auf, welche den voraussichtlichen Strukturwandel „monetarisiert“.
    Die HPFC für → Anwender, die davon ausgehen, dass der Strukturwandel aus der Vergangenheit weiter voranschreitet. Das Ausmaß der Veränderungen wird über die regenerative, energetische Einspeiseprognose gesteuert. Für weitergehende Informationen verweisen wir an dieser Stelle auf den Fachartikel "Die Price-Forward-Kurve wird grün"

Erläuterungen zur Grünen HPFC

Mithilfe der historischen Einspeisungsdaten für Strom aus Wind- und Solarenergie werden in einem energiemarkt-spezifizierten Ansatz der modernen Musteranalyse die Sensitivitäten der Höhe der Strompreise auf die Menge an eingespeister grüner Energie stundenscharf ermittelt (s. Abbildung).

Erläuterungen zur Grünen HPFC

Für den price[it]-Datenservice nutzen wir eine energetische Prognose für die Einspeisung aus Wind und Solar, die sich an offiziellen Ausbaukorridoren ausrichtet. Die folgende Abbildung zeigt eine grüne und eine graue price[it]-Prognose für den Solarausbau (links: Überblick Evolution Ausbaupfade; rechts: Ausschnitt aus linker Abbildung).

links: Überblick Evolution Ausbaupfade; rechts: Ausschnitt aus linker Abbildung

Mit der Software CURVE 2 und der price[it]-TOOLBOX kann der Anwender selbständig grüne und graue Prognosen erstellen (d.h. eigene Vorstellungen der zukünftigen Preisaufteilung umsetzen) und komplette Modelle inkl. der 24-Stunden-Struktur selbständig gestalten, um individuelle PFCs nach eigenen Vorstellungen zu konstruieren.

Die EEX-PHELIX ID15-QPFC

price[it] hat eine viertelstündliche Forwardkurve entwickelt, die es Energieversorgern ermöglicht, die Preise aus der ID15-Auktion effizient in die Handelsgeschäfte einzubinden. Das zugrundeliegende Konzept wird im Rahmen des Datenservices sowie in der Software CURVE 2 umgesetzt und ist im Sinne zahlreicher Kosten- und Prozessvorteile durchdacht. Dabei ist eine direkte Teilnahme des Anwenders an der ID15-Auktion kein zwingender Prozessbaustein, um z.B. die Aufwendungen für Ausgleichsenergie deutlich zu reduzieren.

Wichtige Merkmale unserer QPFC sind:

  • QPFC ist arbitragefrei zur HPFC→Der Durchschnitt der Viertelstunden einer Stunde trifft deren HPFC-Preis.
  • Analogie zu Ausbaupfad BMWi→Die ID15-Preisverhältnisse werden für „Sonnen-Stunden“ aus einer langfristigen Prognose der Solarstromeinspeisung hergeleitet. Dieses Konzept geht Hand in Hand mit unserer grünen HPFC.
  • Moderne Mustererkennungsverfahren und Korrelationsstrukturanalysen→Hohe Erwartungssicherheit bei den viertelstündlichen Strukturen durch moderne, im Energiehandelskontext erprobte Techniken

Die QPFC bietet für ein modernes Risikomanagement und den Vertrieb, aber auch beim Leben der Prozesse zahlreiche Vorteile. Hier ein ausgewählter Überblick:

Kostenvorteil durch Vereinfachung der IT-Prozesse:

Es wird durchgehend in Viertelstundenauflösung gearbeitet→Transformationen und Prozesshindernisse entfallen

Gesteigerte Effizienz im Hedge:

Der Hedge ist gegenüber dem Ende der eigenen Bewirtschaftungskette (ID15 resp. Aufwendungen durch Dienstleister) optimal gesetzt, da das Geschäft insgesamt wertneutral ist.

Reduktion der Ausgleichsenergiekosten:

Geschieht automatisch dadurch, dass die viertelstundenscharfe Bewirtschaftung (bzw. deren Einbeziehung in die Strategie) den erwarteten Strombedarf optimal abdeckt.
Anmerkung: Dieser Vorteil kommt zum Tragen, wenn der Versorger selber den ID15-Markt bewirtschaftet, ansonsten werden zumindest die Kosten für die anschließende Bewirtschaftung durch den Dienstleister gesenkt.

Weniger verdeckte Kosten:

Pauschalisierte Prämiensetzung (Ausgleichsenergie und Viertelstundenhandel) wird durch individuelle Kalkulation der 15-Min-Kosten sowie Senkung der Ausgleichsenergiekosten ersetzt In der Folge können Fahrplanangebote günstiger werden, im Falle einer Verteuerung des Fahrplans vermeidet man ein Angebot unter Preis.

Für weitergehende Informationen verweisen wir an dieser Stelle auf den Fachartikel "Risikomanagement im Viertelstundentakt"

Untertägige HPFCs: Am Puls der Zeit

Untertägige HPFCs (PFCs auf Basis untertägiger Preise) helfen, über ein aktuelles Pricing den Vertriebserfolg zu steigern (Bsp.: Preise sind ggü. Settlement gefallen) resp. Risiken zu erkennen/vermeiden (Bsp. Preise sind ggü. Settlement gestiegen). Unser Intraday-HPFC-Datenservice ist wie folgt charakterisiert:

  • Lieferung von HPFCs auf Basis von
    • Mid-Kursen: Ein intelligenter Algorithmus berechnet die Mid-Kurve aktuell aus Trades resp. ggf. aktuelleren theoretischen Mittelwerten aus Bid-und Ask-Kursen
    • Bid- und Ask-Kursen: Hier werden zeitpunktbezogen neueste Informationen aus Bid- bzw. Ask-Notierungen sowie Trades hinzugezogen
  • Bereitstellung aktueller Kurven um 9:00 Uhr, 12:00 Uhr und 15:00 Uhr. Individuell gewünschte Belieferungszeitpunkte/-Frequenzen berücksichtigen wir gern
  • Die Kurven beruhen auf EEX-Intradaypreisen für Phelix DE-AT. Bitte kontaktieren Sie uns, sollten Sie Interesse an einer alternativen Preisquelle haben.

Der Intraday-Datenservice ist eingerichtet. Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse oder melden Sie sich zu einer unverbindlichen Teststellung an. Gern besprechen wir mit Ihnen auch weitergehende Spezifikationen wie die Verwendung von Phelix-DE-Kursen sowie eine viertelstündige Auflösung der Kurve (QPFC auf Basis von ID15-Preismustern).

Gas-PFCs

Unseren Gas DPFCs liegt eine sorgfältige Analyse der historischen Spotpreise zugrunde, um die zu erwartenden täglichen Strukturen in Abhängigkeit von der Jahreszeit kontinuierlich zu identifizieren und somit die PFC durch einen durchgängigen Verlauf ohne Sprungstellen zu charakterisieren.

PFCs für GPL und NCG werden mit TTF-konformen Location Spreads konstruiert, um den Wert von Portfolien/Spreads aus mehreren Marktgebieten realistisch abzubilden. Somit sind z.B. Location Spreads zwischen verschiedenen Hubs solide und realistisch.

Durch den Einsatz eines Mehrfaktor-Modells für die Initialprognose (Basis für unsere PFC) hat die Kurve zusätzlich im Front-End eine große Stärke.